Johann Sebastian Bach in Dornheim

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Am 17. Oktober 1707 heiratete Johann Sebastian Bach in der Dornheimer Kirche seine Cousine 2.Grades Maria Barbara Bach.

Im Juni 1707 nahm Johann Sebastian Bach seinen Abschied von Arnstadt und zog nach Mühlhausen in Thüringen. Seine „Sturm- und Drangperiode“ ging zu Ende und er hatte sich schon einen Namen gemacht. Ihm wurde die Stelle als Organist in der Kirche St. Blasii zu Mühlhausen angeboten. Bachs Forderung, die gleiche Summe sowie das Deputat wie sein Vorgänger zu erhalten, wurde nicht nur sofort akzeptiert, sondern er erhielt sogar 19 Gulden mehr. Auch das Fuhrwerk für den Umzug wurde gestellt. In seiner neuen Tätigkeit war er fleißig und machte sogar Arbeiten, die er gar nicht zu machen brauchte.

Er richtete sich seine Wohnung in Mühlhausen ein. Bachs Onkel mütterlicherseits, der Kürschnermeister und Erfurter Ratsherr Tobias Lämmerhirt, verstarb im August 1707, und hinterlies den Kindern seiner schon verstorbenen Schwester, Bachs Mutter, jeweis 50 Gulden, was mehr als ein halbes Jahresgehalt des jungen Organisten ausmachte. So konnte er nun an eine schnelle Verehelichung mit seiner Cousine 2.Grades Maria Barbara Bach aus dem nahegelegenen Gehren denken.die aber nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante Regina Wedemann in Arnstadt lebte.
Sie war die 5. Tochter des Organisten Johann Michael Bach und Johann Sebastian Bach kannte sie schon eine Zeit lang. Maria Barbara wurde am 20. Oktober 1684 in Gehren geboren und wurde Bachs erste Ehefrau. Sie war musikalisch begabt. Nachdem das junge Brautpaar entsprechend den Vorschriften in Arnstadt aufgeboten war, konnte am 17. Oktober 1707 die Trauung in der St. Bartholomäi-Kirche in Dornheim stattfinden. Es ist überliefert, dass die Hochzeitsgäste über Stoppelfelder von Arnstadt nach Dornheim liefen.Sie fassten sich an den Händen und sangen dabei lustige Lieder. Sowohl die Orgel als auch die Ausstattung der Kirche waren sehr einfach.

Eintrag der Hochzeit im Kirchenbuch

Der Vater von Johann Michael Bach und der Großvater von Johann Sebastian Bach waren Brüder. Der junge Organist  heiratete also seine Cousine 2. Grades. Die Trauung vollzog der Dornheimer Pfarrer Johann Lorenz Stauber, der wahrscheinlich ein Freund von Johann Sebastian Bach war. Aus der Ehe mit Maria Barbara entstammen sieben Kinder, darunter die bekanntesten Bachsöhne, Friedemann und Philipp Emanuel. Maria Barbara verstarb im Alter von 36 Jahren in Köthen . Ein Bild von ihr ist nicht überliefert.

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In Jahr 2007 feierte der Freundeskreis die 300. Wiederkehr der Bachschen Hochzeit in Dornheim. Annähernd 2000 Gäste erlebten einen historischen Hochzeitszug mit vielen barocken Figuren, die Bachsche Kaffeetafel und die festlichen Konzerte. Über 30 in Dornheim getraute Ehepaare wiederholten im Rahmen der Festzeremonie ihr Eheversprechen. Zweimal mußte das „Fiktive Gespräch zwischen Bach und dem Dornheimer Pfarrer Stauber“ wiederholt werden. Der MDR-Fernsehfunk gestaltete über die Feierlichkeiten in Dornheim anläßlich des 300. Jahrestag der historischen Hochzeit eine eigene Sendung.

In Andenken an den großen Musiker konnte im Jahre 2002 ein von Professor Goebel geschaffenes Bachdenkmal im Dornheimer Kirchhof eingeweiht werden.